Drei Wochen, in denen die Waldbrandgefahr in weiten Teilen Europas auf Stufe 4–5 geklettert ist. Hier das Wichtigste aus unseren Fokusländern, dazu Großereignisse weltweit sowie Neuigkeiten aus Technik und Terminen.
🇩🇪 Deutschland
Der Waldbrandgefahrenindex (WGI) des DWD kletterte ab dem 22. Juni in weiten Teilen des Südens und Ostens auf Stufe 4, ab dem 25. Juni erreichten Niedersachsen und Brandenburg vielerorts die höchste Stufe 5. Anhaltende Trockenheit und Temperaturen um 30 °C lassen keine Entspannung erwarten. Zur Einordnung: 2025 war mit 1.175 Bränden auf rund 2.626 ha bereits ein Rekordjahr (Feuerwehrverband, DWD Waldbrandgefahrenindex).
🇳🇱 Niederlande
Nach der Serie von Vegetationsbränden im April (u. a. 500 ha auf dem Truppenübungsplatz ‚t Harde, mehrfach höchste Warnstufe im ganzen Land) ist es zuletzt ruhiger geworden. Für die kommenden Wochen bereiten sich niederländische Feuerwehrleute auf einen Einsatz in Katalonien (Spanien) vor – ein Beispiel für die wachsende internationale Amtshilfe (NL Times, Bosbranden Europa).
🇨🇭 Schweiz
Ab dem 3. Juli gilt in mehreren Kantonen (Aargau, Zürich, Luzern, Uri, Glarus, St. Gallen) ein absolutes Feuerverbot in Wald und Waldesnähe, im Wallis wurde die Gefahrenstufe für mehrere Regionen auf Stufe 4 angehoben. Grund sind die stark ausgetrockneten Böden nach Wochen mit hohen Temperaturen und wenig Niederschlag (Kanton St. Gallen).
🇦🇹 Österreich
Ende Juni/Anfang Juli sorgte eine Hitze- und Trockenperiode für über 50 Waldbrände innerhalb von zwei Wochen. Zwei Großereignisse stachen heraus: Lesachtal (Kärnten) und Eisbach-Rein (Steiermark), jeweils mit mehreren hundert eingesetzten Kräften. Landwirtschaftsminister Totschnig mahnt verstärkt Prävention an (BMLUK, ORF Steiermark).
🇬🇷 Griechenland
Die kritischste Lage unter unseren Fokusländern: Am 30. Juni starben ein Vater und sein 12-jähriger Sohn bei einem Brand nordöstlich von Thessaloniki. Am 4./5. Juli kämpfte die Feuerwehr an einem einzigen Tag gegen 60 Brände gleichzeitig, mit Evakuierungen in Vororten von Thessaloniki und der Chalkidiki – zusätzlich verschärft durch Giftrauch einer brennenden Recyclinganlage. Bei Athen (Mandra) waren am 5. Juli 210 Feuerwehrleute und 29 Flugzeuge im Einsatz (Washington Post, GreekReporter).
🇭🇷 Kroatien
Nach Gewitterbränden in Dalmatien Ende Juni (Čiovo, Halbinsel Pelješac) brannte in der Nacht auf den 29. Juni ein großes Feuer bei Komiža auf der Insel Vis – bekannt aus „Mamma Mia!“. 70 Feuerwehrleute und vier Canadair-Löschflugzeuge verhinderten Übergriffe auf Wohnhäuser (Croatia Week).
🇵🇹 Portugal
Die Regierung rief für ganz Festlandportugal die Alarmstufe aus (3.–6. Juli). Der Brand von Vouzela (Distrikt Viseu, Ausbruch 2. Juli) verbrannte bis zum 3. Juli bereits 12.160 ha und war damit Portugals bislang größter Brand 2026. Über 1.500 Einsatzkräfte, 500 Fahrzeuge und 25 Flugzeuge waren im Einsatz, Portugal aktivierte den EU-Katastrophenschutzmechanismus und forderte spanische Canadair-Flugzeuge sowie eine Militäreinheit an. Insgesamt wurden 2026 bereits 4.592 Brände mit über 30.000 ha Fläche gezählt – rund 70 % mehr als im Vorjahreszeitraum (ECO, Wikipedia: Incêndio de Vouzela).
🇵🇾 Paraguay
Im Berichtszeitraum keine akuten Großereignisse, das Risiko im Chaco bleibt aber hoch: INFONA registrierte im Mai bereits Flächenverluste im Grenzgebiet zum bolivianischen Chaco. Die nationale Feuerplattform bleibt aktiv im Monitoring (INFONA Fire-Portal).
🇨🇾 Zypern
Aktuell keine Großbrände gemeldet, aber die Insel steht mitten in der Hochrisikosaison (Juni–September). Die EU hat für den Sommer 2026 ihren bislang größten Waldbrand-Bereitschaftseinsatz gestartet: 777 Feuerwehrleute aus 14 Ländern sind europaweit vorpositioniert, zudem eröffnet die EU 2026 eine neue regionale Löschflugzeug-Station auf Zypern (EU Civil Protection).
🌍 Weltweit: Großereignisse
USA – Colorado/Utah: Beim „Snyder Fire“ (mehrere durch Blitzschlag ausgelöste Brände, die am 27./28. Juni zu einem >11.000 Hektar großen Feuer verschmolzen) starben drei Feuerwehrleute des Rifle-Helitack-Teams bei einem Burnover, zwei weitere wurden verletzt. Gouverneur Polis rief den Notstand aus (Colorado Sun, NPR).